Scheitern gehört zum Handwerk: Vogelbeerenmarmelade

Es geht nicht immer alles gut. So lief es bei mir mit der Vogelbeerenmarmelade. Ich hatte gelesen, dass Vogelbeeren bzw. die Beeren der Eberesche toll für Marmelade, Chutneys etc. sein sollen. Na dann, dachte ich in meiner Experimentierfreude und plünderte eine Reihe von kleinen Bäumen, die die Stadtgärtner am Sportplatz gepflanzt hatten.

Nach Konsultation verschiedener Rezepte und Websites hatte ich das Gefühl, alles richtig zu machen: Erst fror ich die Beeren – immerhin gut zwei Kilo – mehrere Tage lang ein. Dann zupfte ich sie von den Dolden und legte sie über Nacht in Essigwasser, das am nächsten Morgen abgegossen wurde. Mit etwas frischem Wasser habe ich die Beeren gekocht und durch ein Sieb gestrichen. Durch den Kochvorgang verwandelt sich die enthaltene Parasorbinsäure in die verträgliche Sorbinsäure. Nun wollte ich das Mus einmal probieren, was sich als unschönes Erlebnis entpuppte. Eine geschmackliche Mischung aus bitter und sauer, ähnlich der Magensäure am Morgen danach! Wer will sich das bitte aufs Brot streichen?

Unverdrossen mischte ich noch drei Pfund Zucker sowie den Saft von drei Zitronen unter das Mus und kochte es 20 Minuten lang. Die sich einstellende Verbesserung war leider nur gradueller Natur, so dass ich schließlich die Masse als Füllmaterial für mein nächstes Hochbeet benutzte.

Hefewaffeln

Aus lauter Verdruss über das Misslingen meines Experiments machte ich uns Hefewaffeln – und Waffelfans auf dieser Welt: Das ist ein wahrer Knüller! Man bereitet einen Hefeteig aus 250 g feinem Mehl gemischt mit 125 g Weizenvollkornmehl, dazu 75 g Zucker, 125 g Butter in Flöckchen, 3 Eier und eine Prise Salz, alles zusammen wird mit einem Tütchen Trockenhefe vermischt, welches in einem halben Liter warmer Milch aufgelöst wurde. Der Teig ist ziemlich flüssig und eignet sich nicht dazu, mit der Hand durchgeknetet zu werden. Nach einer halben Stunde Gehzeit portionsweise ab ins Waffeleisen und noch warm mit Puderzucker bestreuen – echt lecker!

Pflaumencreme

Dazu kann man Pflaumencreme reichen: einen Becher Sahne mit etwas Vanillezucker steifschlagen, 250 g Magerquark und schließlich ein kleines Glas Pflaumenmus unterrühren. Mein Pflaumenmus ist auch ein Beispiel für das eigene Scheitern: Es ist viel zu fest geworden. So hob ich das Pflaumenmus in einem Stück aus dem Glas und schnitt es in kleine Würfel. Sobald diese mit der Sahne-Quarkmischung in Berührung kamen, begannen sie sich aufzulösen und eine prima Geschmackskomponente zu bilden.

Fazit

Nicht jedes Scheitern endet in einem Desaster. Manchmal kann man noch etwas draus machen. Aber Vogelbeeren kommen mir nie, nie wieder in die Küche!

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Letztes Sommerrezept: Gurkensuppe

Heute ist der astronomische Herbstanfang – der sich nach dem Stand der Sonne und der Tag-Nacht-Gleichheit richtet. Ich betone dies deshalb sosehr, weil mir noch gestern Abend eine mir bekannte Lehrerin lang und breit erklärte, dass wir schon seit zweit Tagen Herbst hätten. In der Tat kann der Termin durchaus um einen Tag verrutschen, aber nicht um drei Tage. Naja, so eine Lehrerin irrt sich auch mal.

Da wir heute einen sehr sonnigen Herbstanfang haben, nutze ich die Gelegenheit für ein allerletztes Sommerrezept. Einerseits gedenke ich damit des Sommers, der in diesem Jahr etwas launisch war. Andererseits ergibt sich damit eine gute Gelegenheit, meine Gurken ins Spiel zu bringen. Denen ist die Jahreszeit völlig schnuppe, sie wuchern, blühen, bringen Frucht, dass es eine wahr Freude ist. Das kann ich vom umliegenden anderen Gemüse nicht gerade behaupten.

Die Samen für die Pflanzen hatte ich im Frühjahr bei einem Discounter in Form eines Saatbands erstanden – Gurken und Dill im Wechsel. Eigentlich kaufe ich nur biologisch wertvolle Züchtersorten, bei denen man die Kerne im nächsten Jahr wiederverwenden kann. Aber weil das Tütchen hübsch aufgemacht war, blieb ich denn doch nicht konsequent. Das Samenband kam erst recht spät in die Erde, nämlich Ende Juni in ein Hochbeet, das bis dahin als Babystation für meine Tomaten fungierte. Ich gelange eigentlich immer mehr zu der Überzeugung, dass eine zu frühe Auspflanzung bestimmt schlechter ist als eine zu späte. Daher fand ich nichts dabei, dass ich die Samen zu einer Zeit in die Erde steckte, als der Nachbar uns schon die ersten Gurken aus seinem Garten schenkte.

Bei diesem unbeständigen Sommer war das Hochbeet genau das richtige. Während die Tomaten im Freibeet bei Nachttemperaturen um die 6° C förmlich erfroren, schützte und wärmte die Kontruktion des Hochbeets alle darin enthaltenen Pflanzen. Die Gurken sind dann auch regelrecht explodiert, obwohl sie auf dem Tütchen als wenig Platz beanspruchend beschrieben waren. Inzwischen habe ich das ganze Hochbeet mit Gittern umstellt, denn die Gurken haben beschlossen, auf keinen Fall brav dadrin zu bleiben. Sie lohnen es mir mit vielen Früchten, die schon seit Tagen unseren Speiseplan bereichern.

Kalte Gurkensuppe

Für die Gurkensuppe verschlägt man einen halben Liter Milch mit einem halben Liter Joghurt. Wer Alkohol mag, kann auch noch ein Glas Weißwein dazu geben. Ansonsten kann man etwas Sprudelwasser hinzufügen. Dazu kommt der Saft einer halben Zitrone und eine kleine, feingehackte Zwiebel. Eine mit Salz zerdrückte Knoblauchzehe, kleingeschnittener Dill, Pfeffer und Zucker würzen die Suppe. Dann eine Gurke (oder zwei kleine) waschen, eventuell die Schale dran lassen und in die Suppe hobeln. Vor dem Servieren sollte man die Suppe eine Stunde lang im Kühlschrank ziehen lassen.

An heißen Tagen ersetzt diese Suppe ein ganzes Mittagessen und ist auch ein toller Durstlöscher.

Sanddorn – Schutz und Vitaminbombe

Am Ende des Gartens habe ich drei Sanddornbüsche gepflanzt. Ein Männchen, ein Weibchen und einen Zwitter. Bei Sanddorn ist es wesentlich, ein Männchen für mindestens ein Weibchen zu haben, sonst gibt es keine Kinder, beziehungsweise Beeren. Was ich erst jetz bemerkt habe: Sanddorn vermehrt sich nicht nur über Früchte, sondern auch über Rhizome, die sich gerne weitflächig ausbreiten. Hoffentlich gibt das nicht irgendwann Ärger mit den ansonsten sehr netten Nachbarn…

Meine Idee war, sowohl einen Schutz vor ungebetenen menschlichen Besuchern zu bekommen, als auch eine Vitaminquelle zur Bereicherung unseres Speiseplans zu schaffen. Mir schwebte eine Hecke ähnlich einem norddeutschen „Knick“ vor. Diese sollte hälftig aus Schlehen, hälftig aus Sanddorn bestehen. Die Schlehen wurden gleich im ersten Jahr durch einen harten Winter dezimiert, so dass dort jetzt zwei Schlehen stehen, in deren Mitte ich eine eine Pilnitzer Vitaminrose gepflanzt habe. Bisher hat diese Hälfte meines Knicks noch keine Früchte gebracht, aber immerhin sollen die Schlehenblüten auch gut für die Befruchtung von Pflaumenbäumen sein.

Nachdem der Sanddornzwitter gleich in seinem ersten Jahr einige Früchte brachte, hat sich in diesem Jahr das Weibchen mächtig ins Zeug gelegt und ein halbes Pfund saftiger, orangefarbener Beeren angesetzt. Die Ernte war angesichts der langen Dornen gar nicht so einfach. Daher bin ich ob der Schutzfunktion der Sträucher doch sehr zuversichtlich.

Hagebutten-Sanddorn-Marmelade

Aus einer so geringen Menge Frucht lässt sich eigentlich nichts machen. Deswegen habe ich eineinhalb Pfund Hagebutten hinzugenommen. Es ist eine ziemlich Arbeit, die Hagebutten von den Kernen zu befreien, aber die Marmelade hat hinterher einfach eine bessere Qualität, wenn man sich die Mühe macht. Dann habe ich die Früchte nach Sorten getrennt mit Wasser bedeckt und einige Stunden stehen gelassen. Zuerst habe ich die Hagebutten mit dem Wasser 15 Minuten lang gekocht, dann habe ich die Sanddornbeeren mit ihrem Wasser zugefügt und noch weitere 5 Minuten mitkochen lassen. Unbedingt einen Deckel auflegen, denn die Sanddornbeeren platzen – Sanddorn scheint es in jeder Hinsicht auf weitreichende Wirkung abgesehen zu haben.

Am Ende alles zusammen noch heiß durch ein Sieb geben, so erhielt ich 1 Kg Fruchtmark. Das habe ich mit Gelierzucker laut Packungsanweisung zu Marmelade verarbeitet. Hagebutten enthalten übrigens noch viel mehr Vitamin C als Sanddorn. Besser und schmackhafter kann man sich gar nicht vor Erkältungen schützen!