Blätter und Blüten der Kapuziner Kresse sehen nicht nur dekorativ aus, sondern sind sogar essbar.

Salatzutat und Raupenmahlzeit: Kapuzinerkresse

Wenn im Herbst so langsam alle Pflanzen, Felder und Beete ihr eher tristes Winterkleid anlegen, ist man froh um jeden Farbklecks, der noch besteht. Da begeistert einen zum einen das unvergleichliche Herbstlaub, zum anderen die späten Schönheiten, von denen Vita Sackville-West (siehe Links) schon so begeistert war. Sie träumte von einem Herbstgarten ganz in rot, orange und gelb und erwähnte zu allererst die Kapuzinerkresse. Das Exemplar ihrer Träume war scharlachrot – meine hingegen sind gelb mit einem roten Einsprengsel. Wer einmal nach Tropaeolum speciosum googelt, wird erstaunt sein, wie viele verschiedene Farben diese Kreuzblütlerartigen hervorbringen.

Das milde Oktoberwetter hat auch meine Kapuzinerkresse nicht in ihrem Hochbeet halten können, so dass sie jetzt im Garten auf Wanderschaft geht. Sehr zur Freude vieler gelb-schwarzer Kohlweißlingraupen übrigens, die sich darin in Scharen niedergelassen haben. Immerhin ließen sie mir noch genügend Blätter und Blüten übrig. Denn diese sehen nicht nur hübsch aus, sie schmecken auch gut und gerade die Blüten sorgen für Farbe im Salat. Die in ihnen enthaltenen Senföle haben eine direkte antibakterielle, antivirale und fungistatische Wirkung. Sie gelten als ein natürliches Antibiotikum, was ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.

Hamburger Wurzelsalat in Abwandlung

In Hamburg sagt man zu Karotten Wurzeln, was auf großes Erstaunen in anderen Regionen trifft, denn eigentlich hat ja jede Pflanze Wurzeln. Dieser Salat gehört zu meiner Kindheit dazu, wahrscheinlich weil er einfach zuzubereiten und ziemlich gesund ist. Wir haben ihn vor allem Freitags zu Salzkartoffeln und Fisch gegessen. Man schält so viele Wurzeln, wie man halt haben möchte und raspelt sie auf der feinen Reibe. Dazu kommt eine Soße auch Zitronensaft und Zucker. Durchrühren – fertig. Wer will, kann nun einige Blätter Kapuzinerkresse kleinschneiden und unterheben. Mit den Blüten lässt sich der Salat dekorativ belegen – Blüten später unbedingt mitessen, sind sehr lecker.

Süßer Salat ist typisch für Hamburg. Selbst grüner Salat wird mit einer Soße aus Zitronensaft, Zucker und saurer Sahne angerichtet. Für uns Kinder war es das selbstverständlichste der Welt, dass Salatsoße süß ist. Die eigentlich übliche Vinaigrette aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer fanden wir sehr extravagant.

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