Christrosen verschönern den Winter.

Highlights im Winter: Christrosen und Apfelrotkohl

Dass Christrosen allgemein giftig sind, hat die wilden Kaninchen nicht davon abgehalten, mein frisch gepflanztes Exemplar bis auf den Erdboden abzufressen. Dies trug sich allerdings schon vor zwei Jahren zu, inzwischen ist daraus eine prachtvolle Pflanze geworden. Für das Weihnachtsgeschäft werden diese Winterblüher stark gepäppelt, sie waren dadurch ein echter Weihnachtsschmaus für ungebetene Gäste. Jetzt, nachdem sie sich ihrer Natur gemäß entwickeln konnten, wagt sich kein Nager mehr an sie heran. Wer seinen Gästen weniger giftige Kost anbieten möchte, greift im Winter zu Rotkohl.

Faszinierende Christrosen

Christrosen sind wahre Meister im Durchhalten. Nicht nur, dass sie aus den kümmerlichen Resten, die die Kaninchen damals übrig ließen, schon nach wenigen Wochen wieder starke Triebe hervorbrachten. Auch eine kurze Frostphase kann ihnen nichts anhaben. Selbst wenn sie daniederliegen, sie stehen wieder auf – als sei nichts gewesen.

Rotkohl

Auch Rotkohl ist faszinierend. Die in Deutschland regional unterschiedliche Bezeichnung – Rotkraut, Blaukraut – geht tatsächlich auf verschiedene Bodenbeschaffenheiten sowie Zubereitungsarten zurück. Während die eher sauren Böden in Norddeutschland diese Kohlart rot aussehen lassen, sorgt die eher kalkhaltige Erde in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz für eine Blaufärbung. Ebenso erzeugt die essig- oder weinhaltige Zubereitung in der norddeutschen Küche mehr Röte als die süßlichere Zubereitung in Süddeutschland, die wiederum bläulich wirkt.

Apfelrotkohl

Mein Rezept enthält beides, Essig und Zucker – die Farbe ist mir ehrlich gesagt egal, auf den Geschmack kommt es mir an. Man sollte für die Zubereitung etwas Zeit einplanen, denn der Kohl will fein geschnitten werden. Wer keine Schneidemaschine hat, nimmt ein großes scharfes Messer, das geht genauso gut, braucht aber seine Zeit. Wer einen Hobel hat, kann auch diesen benutzen – vorher allerdings den Strunk entfernen, das versteht sich von selbst.

Auf ein Kilo Kohl schält man zwei Äpfel und würfelt sie. Da die Würfel während des Kochvorgangs zerfallen werden, ist die Form der Würfel gleich. Sie werden in zwei Eßlöffel Öl angedünstet. Nichtvegetarier können dazu auch Gänse- oder Schweineschmalz nehmen. Den feingeschnittenen Kohl zufügen, ebenso eine abgeschälte und mit drei Nelken gespickte Zwiebel. Dann salzen und etwas Wasser zugeben. Es sollte so viel Wasser sein, dass der Kohl nicht anbrennt. Man kann die Zwiebel beim Umrühren ordentlich unter den Kohl mischen, damit sich das Aroma verbreiten kann. Dabei sollte man darauf achten, dass die Nelken nicht herausfallen.

Nun drei bis vier Zuckerstücken in einem kleinen Topf schmelzen, bis sie Karamell ergeben. Diesen mit zwei bis drei Eßlöffeln Apfelessig ablöschen und zum Kohl geben. Nun den Kohl etwa 45 Minuten lang vor sich hin köcheln lassen. Am Ende zwei Eßlöffel Marmelade unterrühren. Das kann Johannisbeergelee oder Preiselbeerkompott sein. Ich nehme Hagebuttenmarmelade (ohne Sanddorn, der wäre zu streng). Dann mit Salz und etwas Essig abschmecken und fertig ist eine wunderbare Beilage zu allen möglichen Wintergerichten. Am besten schmeckt der Kohl, wenn er am nächsten Tag nochmal aufgewärmt wird.

Im Erzgebirge wird Rotkohl zu Karpfen gegessen. Das ist eine tolle Geschmackskombination, an die ich mich allerdings erst gewöhnen musste. Als Hamburgerin war mir die Vorstellung, Kohl zu Fisch zu essen, sehr suspekt. Meinem Bruder ging es ähnlich. Passt aber dennoch sehr gut zusammen.

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