Am 1. März erblühten die Märzbecher - zwei Köpfe am Stengel sind selten.

Der Frühling ist das Ende der Apfelsinensaison: schnell noch einen würzigen Sirup kochen

Es heißt, wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich eine andere. Umgekehrt ist es genauso: Jeder Anfang bedeutet auch einen Schluss. Konkret meine ich den Frühling, der sich nun unaufhaltsam seinen Weg bahnt. Damit neigt sich die Apfelsinensaison ihrem Ende entgegen. Zwar sind Zitrusfrüchte das ganze Jahr erhältlich – doch das gilt inzwischen auch für Spargel, Erd- und Heidelbeeren. Es ist eine Frage des Preises, Geschmacks und Umweltbewusstseins, ob man auf dieses Angebot zurückgreifen möchte. Letztlich sind die Zitrusfrüchte in der besten Qualität im Winter zu bekommen – jedenfalls für alle Nordeuropäer. Aber auch in Marokko haben Apfelsinen jetzt Saison. Also, schnell noch zugreifen und mit Ingwer und Zitronen zu einem köstlichen Sirup verarbeiten.

Im Garten herrschen Frühlingsgefühle

Pünklich zum ersten März sind meine Märzbecher aufgeblüht. Es ist so schön zu sehen und zu erleben, wie die Natur erwacht. Die kleinen Blaumeisen huschen in Schwärmen über das Gras, offensichtlich in ausgelassenen Balzereien vertieft. Der ganze Garten hallt von Gepiepse und Gezwitscher wider. Die schönsten Gesänge erklingen abends von den Baumwipfeln. Über der ganzen Szenerie kreisen die Mäusebussarde, die ab und an, ein kleines armes Wesen in den Fängen haltend, an mir vorbeisausen. Dann und wann schwingt der Graureiher seine Flügel über den Garten hinweg, um sich zurückzumelden. Er wohnt im benachbarten See und begutachtet wohl sein Revier, nachdem er aus dem Süden zurückgekehrt ist. Jedenfalls stelle ich mir das so vor, denn im Winter habe ich ihn nicht gesehen.

Bei all dem beginnenden Leben und Lärmen – bin gespannt, wann sich die Zauneidechsen blicken lassen – vergisst man schnell, dass nun auch ein Ende naht. Das Ende des Winters, der Heimeligkeit, der Aufwärmrituale und so weiter. War ja eigentlich auch ganz schön.

Apfelsinen-Ingwer-Sirup

Man braucht dazu vier Pfund Apfelsinen und ebensoviel Zucker. Außerdem drei Zitronen, etwa zwei Esslöffel Zitronensäure und eineinhalb Pfund Ingwer. Die Früchte müssen unbehandelt sein, weil die Schale für den Geschmack gebraucht wird.

Zunächst wäscht man den Ingwer und schneidet ihn in Stücke. Schälen ist nicht notwendig, wenn man gut wäscht. Dafür schält man eine Zitrone und eine Apfelsine und gibt die Schale mit dem Ingwer in einen großen Topf. Dazu kommen zwei Apfelsinen und eine Zitrone, alle Früchte gewaschen und im Ganzen geviertelt. Dann wird das Gemisch mit 2 Litern Wasser übergossen und für 2 Stunden bei kleiner Hitze gekocht. Achtung: Wer dabei probiert, dem zieht’s eventuell die Socken zusammen, so bitter ist die Mischung. Das geht aber wieder vorbei. Nach dem Kochen den Topf über Nacht stehen lassen.

Am nächsten Tag alles durch ein Tuch in einen frischen Topf giessen. Jetzt mit dem Zucker, der Zitronensäure sowie dem Saft der verbleibenden Früchte (auch der geschälten) verrühren. Bei Zucker und Zitronensäure kann nachgeschmeckt und nach Belieben variiert werden. Alles aufkochen, in Flaschen füllen und abkühlen lassen.

Warum heißen Apfelsinen eigentlich Apfelsinen? Weil die Frucht ursprünglich aus China stammt. Dort ist sie aus einer Kreuzung von Mandarinen mit Pampelmusen hervorgegangen. Die bittere Variante wurde bereits im 11. Jahrhunder in Italien angebaut, während süße Apfelsinen erst im 15. Jahrhundert vor allem in Portugal angebaut wurden. Deswegen heißen Apfelsinen auf Arabisch auch Burtuqal – in Anlehnung an die Herkunft. Es ist interessant, wie sich die Agrargeschichte heute noch in den Namen der Früchte niederschlägt. Der Name „Orange“ hat übrigens nichts mit dem niederländischen Königshaus zu tun, sondern geht auf die indische Bezeichnung der Frucht zurück, die in Europa in dem spanischen Wort für Apfelsine „naranja“ erhalten ist.

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