Holunderblüten, Wasser, Zitronen und Zucker - das sind die Zutaten für Holunderblütensirup.

Überlebenstipp für heiße Sommertage: Limonade aus Holunderblütensirup

Nun ist sie wieder da: unsere Ringelnatter. Vor wenigen Tagen ringelte sie sich vor meinen Füßen. Gestern zischte sie hinter mir wütend durch das Gras: Ich hatte ihren Lieblingsplatz, einen alten Holzstoß, abgebaut und in ein Tomatenbeet verwandelt. Da sie sich das ganze letzte Jahr über nicht hatte blicken lassen, dachte ich, sie braucht dies Quartier nicht mehr. Das war offensichtlich ein Irrtum. Die aktuelle Hitze lockte sie wieder in unseren Garten, der ihr genügend feuchte und kühle Plätze bietet. Ich erfrische mich lieber mit eiskalter Limonade aus selbstgemachtem Holunderblütensirup.

Glücksbotin Ringelnatter

Es ist wohl ein Weibchen, das ich von seinem Lieblingsplatz verscheucht habe. Denn Ringenatterinnen werden deutlich länger als ihre Männer, und meine ist ein ziemliches Prachtexemplar. Als sie so aufgerollt vor mir lag, war sie dick wie mein Unterarm. Durch den Garten zischend war sie schlanker, aber bestimmt länger als 75 cm – größer werden Männchen nicht.

Auch wenn mich ihr Anblick gruselt, so bin ich doch auch stolz auf meine Gartenmitbewohnerin. Erstens ist ihre Anwesenheit ein Indikator, dass die Natur hier noch intakt ist. Zweitens gilt sie in der europäsichen Sagenwelt als Glücksbringer und Schutz. Drittens gehört in jedes anständige Paradies auch eine Schlange – dieses harmlose Exemplar der Gattung ist mir dabei am liebsten. Paradiesisch finde ich auch Holunder. Er spendet Schatten für überhitzte Schlangen und Gärtnerinnen, duftet betörend, ergibt tollen Sirup und im Herbst lassen sich die vitaminreichen Beeren zu Saft und Gelee verarbeiten.

Holunderblütensirup

Für den Sirup brauche ich 13 schönen Blütendolden. Es können auch 15 kleinere Dolden sein, so ganz genau kommt es auf die Zahl nicht an. Wer nicht das Glück hat, sie im eigenen Naturgarten pflücken zu können, sollte sich abseits der Straßen einen Busch suchen, der weder Abgasen noch landwirtschaftlichen Spritzmitteln ausgesetzt ist. Man kann die Blüten vor der Verarbeitung nämlich nicht waschen, weil damit ein Großteil des Blütenstaubs im Abflussrohr verschwinden würde.

Die Blüten begieße ich mit vier bis fünf Litern Wasser und mische etwa 50 g Zitronensäure darunter. Diese Mischung lasse ich vier bis fünf Tage stehen, wobei ich sie morgens und abends gut umrühre. Es lohnt sich, so lange zu warten, der Blütengeschmack intensiviert sich in der Zeit immens. Am Ende seihe ich die Flüssigkeit durch ein Tuch und gebe Zucker nach Geschmack hinzu. Meinem Begriff von Sirup nach sollte die Flüssigkeit eher süß sein, deswegen sind es bei mir etwa zweieinhalb Kilo Zucker. Einmal aufkochen und in Flaschen abgefüllt, erhält man um die sechs Liter Hugo-Grundlage.

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