Ein Traum aus federleichtem Biskuitteig gefüllt mit fruchtiger Quarksahne.

Es muss nicht immer Eis sein – eiskalte Erdbeerroulade tut es auch

Inzwischen ist es im Garten tagsüber so unerträglich heiß, dass ich dort nach 10 Minuten völlig dehydriere. Sämtliches Getier – Eidechsen, Mäuse, Schlangen und Schnecken – haben sich irgendwohin verkrochen. Ganz zu schweigen von den niedlichen kleinen Kröten, von denen ich in diesem Jahr überhaupt bloß ein einziges verwirrtes Exemplar auf dem Sandweg zum Garten gesehen habe. Nur meine Erdbeeren gucken keck aus der Wäsche. Haben sie doch eine Mulchdecke aus dem letzten Rasenabschnitt für lange Zeit abbekommen, danach ist der Rasen weitgehend vertrocknet. Die Erdbeeren fühlen sich sichtlich wohl unter ihrem Schutz. Ich mache es mir lieber an der Kaffeetafel mit ein paar netten Freundinnen und einer eiskalten Erdbeerroulade gemütlich – schön im Schatten!

Mulchen ist ein Muss für die Biogärtnerin

Mulchen ist eine uralte Praxis: man streut Gartenabfälle auf Beete aus. Erstens aus Bequemlichkeit, weil man sonst alles abtransportieren müsste. Zweitens zum Düngen, denn Mulch ist ja nichts anderes als Kompost im Urzustand. Drittens, um den Boden vor dem Austrocknen zu schützen, und viertens, um die Wildkräuter ein wenig einzudämmen. Sie wachsen zwar trotzdem, aber in wesentlich geringere Zahl und um einiges zögerlicher als ohne Mulch. Hier siegt also auch die Bequemlichkeit, da ich sie ja alle auszupfen müsste, bevor die hartnäckigen Kräuter meine Erbeeren völlig überwuchert haben.

Eigentlich ist Grasabschnitt nicht das richtige Mulchmaterial für Erdbeeren. Viel besser wären Brennesseln, die man sowieso im Frühsommer einmal abschneiden soll. Das fördert angeblich den Schmetterlingsbestand, weil die Schmetterlingsmuttis ihre Eier offenbar lieber auf die nachwachsenden, jungen Triebe ablegen. Brennesseln sind ein exzellenter Kieselsäureflieferant. Gerade Rosen und Erdbeeren soll man deshalb auf Flächen pflanzen, auf denen vorher Brennesseln standen. Leider hatte ich gerade nicht genügend zur Hand und die Hälfte meines Erdbeerbestands war schon vertrocknet. Da hilft nur tüchtig gießen und eine Schutzdecke aus dem Material, das eben gerade da ist.

Meinen Borretsch habe ich gestern mit den abgeschnittenen, verblühten Rispen des Sommerflieders gemulcht. Etwas besseres fällt in meinem Garten derzeit nicht an. Ich hoffe, es hilft. Den Regenwürmern dürfte es egal sein, die fressen alles, was abgestorben auf dem Boden herumliegt. Am liebsten mögen sie jedoch Kaffeesatz. Da sind sie völlig verrückt nach. Wie dem auch sei, wenn abgestorbene Pflanzenteile auf dem Boden liegen, zieht der Wurm sie unter die Erde, schleimt sie ein und mümmelt den Brei in sich hinein – der alte Kaffeesatzjunkie. Davor genieße ich allerdings den dazugehörigen Kaffee mit einem ordentlichen Stück Torte!

Erdbeerroulade

Für den Biskuitteig schlage ich fünf Eiweiß zu sehr steifem Schnee, wobei ich zwischendurch 140 g Zucker einrieseln lasse. Man muss den Eischnee wirklich lange schlagen, 15 Minuten können es ruhig sein. Dann glänzt er schön und fällt nicht gleich wieder zusammen. Naja, 10 Minuten sind vielleicht auch ok (ja, mit dem Handrührgerät. Ich kenne eine Frau, die rührt ihre Kuchen nur mit der Hand, die dürfte aber für diesen Eischnee länger brauchen). Die fünf über gebliebenen Eigelbe werden verquirlt und unter den Schnee gehoben. Danach noch 140 g Mehl unterheben und die Masse sehr gleichmäßig auf ein mit einem Backpapier ausgelegtes Backblech streichen. Bei 200° C ca. 8-10 Minuten backen.

Danach sofort aus dem Ofen nehmen und den Biskuit gleich auf ein sauberes, mit etwas Zucker bestreutes Geschirrtuch stürtzen. Wenn möglich, das Backpapier abziehen, das kann man aber auch noch in ausgekühltem Zustand machen. Viel wichtiger ist es, den noch heißen Biskuit schnell aufzurollen und abkühlen zu lassen.

Dann wäscht man 300 g Erdbeeren, putzt sie und schneidet sie in Stücke. 50 g davon püriert man mit zwei Eßlöffeln des Holunderblütensirups, den wir im Mai/Juni extra dafür gemacht haben. Darunter rühre ich ein halbes Pfund Magerquark sowie 50 g Zucker. Einen Becher Sahne mit einem Beutel Sahnesteif steif schlagen und auch unter den Quark heben. Zum Schluss kommen die übrigen Erdbeerstücke unter die Masse, fertig ist unsere Füllung. Die funktioniert übrigens auch mit anderen Beeren, z. B. Brombeeren oder Heidelbeeren. Leider hat die Trockenheit auch diesen Sträuchern sehr zugesetzt.

Nun wird der abgekühlte Biskuit auseinandergerollt, eventuell noch das Backpapier abziehen. Die Füllung darauf geben und wieder zusammenrollen. Das ist in diesem Zustand eine etwas matschige Angelegenheit, da müssen wir halt durch. Die fertige Torte kommt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Danach ist die Creme fest, und das eiskalte Fruchtvergnügen kann beginnen.

Heute Abend habe ich in meinem nach dem Beschnitt wieder frisch erblühten Sommerflieder ein emsiges Taubenschwänzchen beobachtet. Das ist ein etwa 5 cm großer Falter mit einem Flügelschlag wie ein Kolibri. Die Natur ist doch zu faszinierend!

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3 Gedanken zu „Es muss nicht immer Eis sein – eiskalte Erdbeerroulade tut es auch“

  1. Hallo, ich wollte seit langem schon eine Biskuitrolle machen, bin aber noch nicht dazu gekommen.
    Ich habe dazu das Bedenken, dass mir das zu viel Teig ist und es zu trocken schmeckt. Ist das der Fall?

    Liebe Grüße
    Melanie

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    1. Hallo Melanie, Danke für Deinen Beitrag. Die Biskuitrolle ist wirklich sehr einfach und eigentlich nicht aufwendig. Vielleicht kann man etwas weniger Teig nehmen, dann wird er dünner. Ich hätte aber Angst, dass er dann eventuell reißt. Ich finde bei meiner Rolle das Verhältnis Creme zu Teig gut, aber das ist natürlich Geschmackssache. Man könnte die Rolle außenherum mit Sahne bestreichen, das ginge. Mit Creme habe ich sie auch schon außen bestrichen, aber ich habe sie lieber innen.
      Viele liebe Grüße
      Brigitte

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