Rustikale Beilage für’s Wintergrillen oder vegetarischer Einzelgänger: Kartoffel-Spitzkohl-Salat

Gut, dass ich meine Kartoffeln Ende Oktober aus der Erde geholt habe. Die kurzen Nachfröste hatten jegliches Wachstum abgeblockt. Die warmen Tage im November und Dezember sorgten jedoch dafür, dass schon wieder alles grünt, sprießt und nochmal austreibt. Meine Rosen haben neue Blüten angesetzt und einige Frühlingsblumenzwiebeln haben die Blätter schon weit nach oben geschoben. Wenn es zu Jahresanfang nochmal frostig wird, hoffe ich, dass diese Kandidaten einen Plan B zur Hand haben. Sonst könnte es im Beet ganz schön kahl werden. Da wir die Sache eh‘ nicht beeinflussen können, machen wir es uns gemütlich beim Wintergrillen in lauen Temperaturen – Lieblingsbeilage ist Kartoffel-Spitzkohl-Salat. Rustikale Beilage für’s Wintergrillen oder vegetarischer Einzelgänger: Kartoffel-Spitzkohl-Salat weiterlesen

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Leckerer Imbiß im Herbst: Kürbisbrot

Im Garten bin ich fast nur noch, um für den Winter aufzuräumen. Das Gartenjahr ging nach einem heißen Sommer sehr schnell zu Ende. Die Tomaten hatten zwar nochmal alles gegeben, ihre in der sommerlichen Hitze zurückgehaltene Fruchtbarkeit im feuchten Herbst voll auszuleben. Aber der frühe Frost hat ihnen leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihre letzten grünen Früchte liegen zum Nachreifen in der warmen Küche und warten auf ihre Verwendung. Glücklicherweise hatte ich vorher von allen nicht-hybriden Arten schon Samen gewonnen, die daneben zum Trocknen ausliegen. Jetzt ist die richtige Zeit, um es sich mit einem heißen Tee und Kürbisbrot gemütlich zu machen. Leckerer Imbiß im Herbst: Kürbisbrot weiterlesen

Reminiszenz an den Herbst mit Asternpflanzen und Apfelkuchenbacken

Kann man bei diesem schönen Frühlingswetter wirklich an den Herbst denken? Die Vögel zwitschern in den Bäumen, bunte Schmetterlinge flattern durch den Garten, die ersten Zillas strecken ihre blauen Sternchenblüten richtung Sonne und ich soll mich milchiger Feuchtkälte erinnern? Tja, wenn ich im November auch noch Blüten sehen will, dann muss ich da jetzt wohl ran. Als Gärtner lebt man immer auch ein bißchen in der Zukunft. Astern, Chrysanthemen und Fackellilien pflanzt man am besten jetzt, im März und April, auch wenn die kleinen Töpfe in den Gärtnereien noch fast leer sind und sich darin höchstens erste Triebe zeigen. Mit den bunten Bildern auf der Packung und einem gepflegten Apfelkuchen kann man dann doch ins Schwärmen geraten. Reminiszenz an den Herbst mit Asternpflanzen und Apfelkuchenbacken weiterlesen

Mal etwas anderes: Dattelwaffeln mit weihnachtlichen Gewürzen

Ohje, eigentlich wollte ich in diesem Beitrag beschreiben, wie ich Vogelfutter selbst mache. Aber meine Recherchen auf den Seiten von BUND und NABU haben mir jetzt ein richtig schlechtes Gewissen gemacht. Dabei schienen die Vögel in meinem Garten mein selbstgemachtes Futter aus Haferflocken und Gänseschmalz zu mögen. Nun weiß ich gar nicht, ob ich sie womöglich vergiftet habe. Das würde mich sehr betrüben. Unter diesen Umständen gibt es hier eben nur einen Buchtipp und ein Waffelrezept für gemütliche Stunden. Mal etwas anderes: Dattelwaffeln mit weihnachtlichen Gewürzen weiterlesen

Etwas heißes für kalte Tage: Rindfleisch-Pastinaken-Suppe

Langsam wird es doch sehr kalt draußen, so dass selbst ich jetzt meinen Garten winterfest gemacht habe. Meine Nachbarn taten dies schon bei schönstem Sonnenschein im September, was ich dann doch ein wenig früh fand. Heute habe ich meine Artischockenpflanze eingepackt. Ich weiß gar nicht, ob sie das nötig hat. Andererseits wäre ich sehr betrübt, würde sie im Winter erfrieren. Damit ist die letzte meiner Exotenpflanzen unter die Haube gekommen. Um sich nach getaner Arbeit wieder schön aufzuwärmen, hilft eine gute Suppe. Was liegt da näher, als eine Suppe aus einem echten Wintergemüse?

Pastinaken sind überhaupt nicht exotisch sondern gehören schon seit Jahrhunderten auf unseren Tisch. Leider sind sie in Deutschland und Österreich etwas in Vergessenheit geraten. Sie enthalten relativ viel Vitamin C und sind aufgrund des niedrigen Nitratgehalts sehr gut als Säuglingsnahrung geeignet. Vor allen Dingen sind sie sehr schmackhaft, deswegen kommen sie in diese Suppe.

Zunächst benötigen wir die Basis: Eine ordentliche Fleischsuppe muss auf geeignetem Fleisch und Knochen gekocht werden. Für diese Suppe habe ich eine Beinscheibe genommen, da ist beides vorhanden. Für drei Portionen reicht etwa ein Pfund. Das setze ich mit etwa einem Liter kaltem Wasser auf, gewürtzt mit Salz, ein paar Pfefferkörnern, einem Lorbeerblatt, vier Pimentkörnern. Dazu kommt noch ein bißchen grob geschnittenes Gemüse: das gut gewaschene Grün einer Porreestange (das Weiße brauchen wir noch), eine Karotte (in Hamburg sagt man Wurzel), ein kleines Stück Sellerie.

Eine Stunde lang muss diese Mischung kochen, dann sollte sich das Fleisch von den Knochen lösen. In der Zwischenzeit kann man zwei Karotten und eine große oder zwei kleine Pastinaken putzen und in kleine Würfel schneiden. Das Weiße der Porreestange schneidet man in dünne Scheiben. Wenn das Fleisch soweit ist, nimmt man es aus der Brühe und seiht diese durch ein Sieb in einen Topf. Man bringt sie wieder zum Kochen und fügt das kleingeschnittene Gemüse hinzu. Da es so klein ist, braucht es nur gut eine Viertelstunde. In dieser Zeit wird das Fleisch vom Knochen gelöst und klein geschnitten. Dann noch kurz zum Erwärmen wieder in die Suppe geben und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Für viele Rezepte benötigt man Rinderbrühe. Deswegen koche ich bei Rindfleischsuppe oft ein paar Knochen mehr mit und gieße auch mehr Wasser auf. Nach dem Abseihen der Brühe fülle ich die überschüssige Menge in kleine Plastikschüsseln; Deckel und Beschriftung drauf und ab in den Gefrierschrank. Bei Bedarf brauche ich dann nur eines der Schüsselchen mit der gewünschten Menge aufzutauen. Damit spare ich mir die teuren Fonds aus dem Supermarkt.

Kürbispizza zu Halloween

Im Herbst muss man im Garten fast mehr tun als im Frühjahr. Heute zum Beispiel habe ich 35 Erdbeerpflanzen in ein neues Beet verfrachtet, etwa 20 müssen noch folgen. Dabei habe ich gesehen, dass immer noch einige Exemplare blühen und Früchte hervorbringen. Die haben sich zum Teil schon die Mäuse zu Gemüte geführt – arme Mäuse, die Beeren waren noch nicht einmal reif.

Durch die unselige Zeitumstellung wird es jetzt schon sehr früh dunkel, man kann nicht mehr lange draußen bleiben. Außerdem gehen wir mit Riesenschritten auf das erste Fest im Herbst zu, Halloween. Das sagt mir eigentlich nicht besonders viel, aber im vergangenen Jahr war ich – mit Spitzenrock, Spinnenweben und einer Barockperücke verkleidet – dennoch auf einer sehr lustigen Party. Dass mir Halloween nichts sagt, scheint daran zu liegen, dass es sich um eine ziemlich künstliche Angelegenheit handelt. An der ist vor allem der vielfältige Versuch interessant, irgendeine Art von Tradition darin hinein zu interpretieren. Ein sehr empfehlenswerter Artikel dazu befindet sich auf Wikipedia. Um einen kulinarischen Beitrag zum Fest zu leisten, hier einer unserer absoluten Küchenfavoriten: die Kürbispizza.

Man braucht dazu Pizzateig für ein Backblech (s. u.), welcher auch schon auf selbiges zum Gehen aufgebracht werden kann. Dann putzt man 500 g Hokaidokürbis und raspelt ihn grob. Man kann wahrscheinlich auch anderen Kürbis nehmen, aber weil man bei Hokaidokürbis die Schale mitessen kann, ist der besonders praktisch. Jetzt 300 g Zwiebeln und 100 g durchwachsenen Speck würfel. Da wir ein schweinefleischfreier Haushalt sind, nehmen wir stattdessen Rindermettwurst. Diese Speckwürfel kross anbraten, dann die Zwiebeln zufügen und bis zum Glasigwerden mitbraten. Vegetarier lassen den Speck weg und braten nur die Zwiebeln an. Nun Kochplatte abschalten und Kürbisraspel unterheben, so dass sie kurz von der Restwärme erhitzt werden. Insgesamt sollte die Mischung eher abkühlen. Dann 2 Eier mit 250 g Schmand verquirlen und mit etwas Gemüsebrühepulver und Pfeffer würzen. Kürbismischung unterheben und die ganze Masse auf dem Pizzaboden verteilen. Im Backofen bei 200° C (Umluft 170° C) in 25 Minuten backen.

Ich gehöre noch zu der Generation, deren Mütter stolz ganze Bleche mit Pizza auf richtig hoch aufgehendem Hefeteig gebacken haben. Das war der Hit zu Kindergeburtstagen. Heutzutage ist die nachfolgende Generation nicht sehr begeistert von so etwas. Deswegen kann man den Teig für diese Pizza entweder im Supermarkt kaufen (der ist wirklich gar nicht so schlecht) oder nach folgendem, aus dem Libanon stammenden Rezept zubereiten: 450 g Mehl mischt man mit einem Teelöffel Salz, zwei Eßlöffeln Olivenöl und 150 ml warmem Wasser, in welchem ein Beutel Trockenhefe (oder ein halber Würfel frischer Hefe) aufgelöst wurde. Teig verkneten und nach und nach bis zu 150 ml weiteres warmes Wasser zugeben. Achtung, nicht zu viel auf einmal und rechtzeitig die Wasserzugabe stoppen, damit der Teig nicht zu weich wird. Diesen nach 15 Minuten Knetzeit zu einer Kugel formen und rundum mit Olivenöl bestreichen. Dann in einer Schüssel unter einem feuchten Tuch für zweieinhalb Stunden in den Kühlschrank geben.

Salatzutat und Raupenmahlzeit: Kapuzinerkresse

Wenn im Herbst so langsam alle Pflanzen, Felder und Beete ihr eher tristes Winterkleid anlegen, ist man froh um jeden Farbklecks, der noch besteht. Da begeistert einen zum einen das unvergleichliche Herbstlaub, zum anderen die späten Schönheiten, von denen Vita Sackville-West (siehe Links) schon so begeistert war. Sie träumte von einem Herbstgarten ganz in rot, orange und gelb und erwähnte zu allererst die Kapuzinerkresse. Das Exemplar ihrer Träume war scharlachrot – meine hingegen sind gelb mit einem roten Einsprengsel. Wer einmal nach Tropaeolum speciosum googelt, wird erstaunt sein, wie viele verschiedene Farben diese Kreuzblütlerartigen hervorbringen.

Das milde Oktoberwetter hat auch meine Kapuzinerkresse nicht in ihrem Hochbeet halten können, so dass sie jetzt im Garten auf Wanderschaft geht. Sehr zur Freude vieler gelb-schwarzer Kohlweißlingraupen übrigens, die sich darin in Scharen niedergelassen haben. Immerhin ließen sie mir noch genügend Blätter und Blüten übrig. Denn diese sehen nicht nur hübsch aus, sie schmecken auch gut und gerade die Blüten sorgen für Farbe im Salat. Die in ihnen enthaltenen Senföle haben eine direkte antibakterielle, antivirale und fungistatische Wirkung. Sie gelten als ein natürliches Antibiotikum, was ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.

Hamburger Wurzelsalat in Abwandlung

In Hamburg sagt man zu Karotten Wurzeln, was auf großes Erstaunen in anderen Regionen trifft, denn eigentlich hat ja jede Pflanze Wurzeln. Dieser Salat gehört zu meiner Kindheit dazu, wahrscheinlich weil er einfach zuzubereiten und ziemlich gesund ist. Wir haben ihn vor allem Freitags zu Salzkartoffeln und Fisch gegessen. Man schält so viele Wurzeln, wie man halt haben möchte und raspelt sie auf der feinen Reibe. Dazu kommt eine Soße auch Zitronensaft und Zucker. Durchrühren – fertig. Wer will, kann nun einige Blätter Kapuzinerkresse kleinschneiden und unterheben. Mit den Blüten lässt sich der Salat dekorativ belegen – Blüten später unbedingt mitessen, sind sehr lecker.

Süßer Salat ist typisch für Hamburg. Selbst grüner Salat wird mit einer Soße aus Zitronensaft, Zucker und saurer Sahne angerichtet. Für uns Kinder war es das selbstverständlichste der Welt, dass Salatsoße süß ist. Die eigentlich übliche Vinaigrette aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer fanden wir sehr extravagant.