Letztes Sommerrezept: Gurkensuppe

Heute ist der astronomische Herbstanfang – der sich nach dem Stand der Sonne und der Tag-Nacht-Gleichheit richtet. Ich betone dies deshalb sosehr, weil mir noch gestern Abend eine mir bekannte Lehrerin lang und breit erklärte, dass wir schon seit zweit Tagen Herbst hätten. In der Tat kann der Termin durchaus um einen Tag verrutschen, aber nicht um drei Tage. Naja, so eine Lehrerin irrt sich auch mal.

Da wir heute einen sehr sonnigen Herbstanfang haben, nutze ich die Gelegenheit für ein allerletztes Sommerrezept. Einerseits gedenke ich damit des Sommers, der in diesem Jahr etwas launisch war. Andererseits ergibt sich damit eine gute Gelegenheit, meine Gurken ins Spiel zu bringen. Denen ist die Jahreszeit völlig schnuppe, sie wuchern, blühen, bringen Frucht, dass es eine wahr Freude ist. Das kann ich vom umliegenden anderen Gemüse nicht gerade behaupten.

Die Samen für die Pflanzen hatte ich im Frühjahr bei einem Discounter in Form eines Saatbands erstanden – Gurken und Dill im Wechsel. Eigentlich kaufe ich nur biologisch wertvolle Züchtersorten, bei denen man die Kerne im nächsten Jahr wiederverwenden kann. Aber weil das Tütchen hübsch aufgemacht war, blieb ich denn doch nicht konsequent. Das Samenband kam erst recht spät in die Erde, nämlich Ende Juni in ein Hochbeet, das bis dahin als Babystation für meine Tomaten fungierte. Ich gelange eigentlich immer mehr zu der Überzeugung, dass eine zu frühe Auspflanzung bestimmt schlechter ist als eine zu späte. Daher fand ich nichts dabei, dass ich die Samen zu einer Zeit in die Erde steckte, als der Nachbar uns schon die ersten Gurken aus seinem Garten schenkte.

Bei diesem unbeständigen Sommer war das Hochbeet genau das richtige. Während die Tomaten im Freibeet bei Nachttemperaturen um die 6° C förmlich erfroren, schützte und wärmte die Kontruktion des Hochbeets alle darin enthaltenen Pflanzen. Die Gurken sind dann auch regelrecht explodiert, obwohl sie auf dem Tütchen als wenig Platz beanspruchend beschrieben waren. Inzwischen habe ich das ganze Hochbeet mit Gittern umstellt, denn die Gurken haben beschlossen, auf keinen Fall brav dadrin zu bleiben. Sie lohnen es mir mit vielen Früchten, die schon seit Tagen unseren Speiseplan bereichern.

Kalte Gurkensuppe

Für die Gurkensuppe verschlägt man einen halben Liter Milch mit einem halben Liter Joghurt. Wer Alkohol mag, kann auch noch ein Glas Weißwein dazu geben. Ansonsten kann man etwas Sprudelwasser hinzufügen. Dazu kommt der Saft einer halben Zitrone und eine kleine, feingehackte Zwiebel. Eine mit Salz zerdrückte Knoblauchzehe, kleingeschnittener Dill, Pfeffer und Zucker würzen die Suppe. Dann eine Gurke (oder zwei kleine) waschen, eventuell die Schale dran lassen und in die Suppe hobeln. Vor dem Servieren sollte man die Suppe eine Stunde lang im Kühlschrank ziehen lassen.

An heißen Tagen ersetzt diese Suppe ein ganzes Mittagessen und ist auch ein toller Durstlöscher.

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Sofakissen-Joghurt

Warum schreibt man Joghurt eigentlich mit h hinter dem g? Weil wir den Joghurt von den Türken übernommen haben, und auf Türkisch Joghurt mit einem „jumuschak g“, also einem „freundlichen g“ geschrieben wird. Dieses g wird so weit hinten in der Kehle artikuliert, dass man es kaum hört – also wir Deutschen hören es zumindest kaum. Wie dem auch sei, die Anregung für meinen Sofakissen-Joghurt habe ich von meiner Milchbäurin, wo ich zur Melkzeit die Milch frisch kaufen kann. Die Methode mit den Sofakissen erspart dabei einfach diesen elektrischen Apparat, mehr nicht.

Etwa einen Liter Milch auf etwa 85° C erhitzen. Ich habe ein Zuckerthermometer, damit kann man das ganz gut messen. Dann wieder auf ca. 45° C abkühlen lassen. Schließlich mit einem Becher Vollmilchjoghurt und zwei Eßlöffeln Milchpulver verrühren. Biojoghurt hat sich als nicht sehr vorteilhaft erwiesen. Und jetzt kommt die Sache mit dem Sofakissen: Ich wickle das Weckglas, in welches ich das Milch-Joghurtgemisch verschlossen habe, in ein sauberes Handtuch, dann in eine Decke und die wird auf dem Sofa mit Kissen umlegt. Somit hält sich die Wärme gut 8 Stunden lang, in denen der Joghurt reift. Meistens ist das bei mir über Nacht. Am nächsten Morgen das Weckglas in den Kühlschrank stellen und fertig ist der Joghurt.