Etwas heißes für kalte Tage: Rindfleisch-Pastinaken-Suppe

Langsam wird es doch sehr kalt draußen, so dass selbst ich jetzt meinen Garten winterfest gemacht habe. Meine Nachbarn taten dies schon bei schönstem Sonnenschein im September, was ich dann doch ein wenig früh fand. Heute habe ich meine Artischockenpflanze eingepackt. Ich weiß gar nicht, ob sie das nötig hat. Andererseits wäre ich sehr betrübt, würde sie im Winter erfrieren. Damit ist die letzte meiner Exotenpflanzen unter die Haube gekommen. Um sich nach getaner Arbeit wieder schön aufzuwärmen, hilft eine gute Suppe. Was liegt da näher, als eine Suppe aus einem echten Wintergemüse?

Pastinaken sind überhaupt nicht exotisch sondern gehören schon seit Jahrhunderten auf unseren Tisch. Leider sind sie in Deutschland und Österreich etwas in Vergessenheit geraten. Sie enthalten relativ viel Vitamin C und sind aufgrund des niedrigen Nitratgehalts sehr gut als Säuglingsnahrung geeignet. Vor allen Dingen sind sie sehr schmackhaft, deswegen kommen sie in diese Suppe.

Zunächst benötigen wir die Basis: Eine ordentliche Fleischsuppe muss auf geeignetem Fleisch und Knochen gekocht werden. Für diese Suppe habe ich eine Beinscheibe genommen, da ist beides vorhanden. Für drei Portionen reicht etwa ein Pfund. Das setze ich mit etwa einem Liter kaltem Wasser auf, gewürtzt mit Salz, ein paar Pfefferkörnern, einem Lorbeerblatt, vier Pimentkörnern. Dazu kommt noch ein bißchen grob geschnittenes Gemüse: das gut gewaschene Grün einer Porreestange (das Weiße brauchen wir noch), eine Karotte (in Hamburg sagt man Wurzel), ein kleines Stück Sellerie.

Eine Stunde lang muss diese Mischung kochen, dann sollte sich das Fleisch von den Knochen lösen. In der Zwischenzeit kann man zwei Karotten und eine große oder zwei kleine Pastinaken putzen und in kleine Würfel schneiden. Das Weiße der Porreestange schneidet man in dünne Scheiben. Wenn das Fleisch soweit ist, nimmt man es aus der Brühe und seiht diese durch ein Sieb in einen Topf. Man bringt sie wieder zum Kochen und fügt das kleingeschnittene Gemüse hinzu. Da es so klein ist, braucht es nur gut eine Viertelstunde. In dieser Zeit wird das Fleisch vom Knochen gelöst und klein geschnitten. Dann noch kurz zum Erwärmen wieder in die Suppe geben und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Für viele Rezepte benötigt man Rinderbrühe. Deswegen koche ich bei Rindfleischsuppe oft ein paar Knochen mehr mit und gieße auch mehr Wasser auf. Nach dem Abseihen der Brühe fülle ich die überschüssige Menge in kleine Plastikschüsseln; Deckel und Beschriftung drauf und ab in den Gefrierschrank. Bei Bedarf brauche ich dann nur eines der Schüsselchen mit der gewünschten Menge aufzutauen. Damit spare ich mir die teuren Fonds aus dem Supermarkt.

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Sanddorn – Schutz und Vitaminbombe

Am Ende des Gartens habe ich drei Sanddornbüsche gepflanzt. Ein Männchen, ein Weibchen und einen Zwitter. Bei Sanddorn ist es wesentlich, ein Männchen für mindestens ein Weibchen zu haben, sonst gibt es keine Kinder, beziehungsweise Beeren. Was ich erst jetz bemerkt habe: Sanddorn vermehrt sich nicht nur über Früchte, sondern auch über Rhizome, die sich gerne weitflächig ausbreiten. Hoffentlich gibt das nicht irgendwann Ärger mit den ansonsten sehr netten Nachbarn…

Meine Idee war, sowohl einen Schutz vor ungebetenen menschlichen Besuchern zu bekommen, als auch eine Vitaminquelle zur Bereicherung unseres Speiseplans zu schaffen. Mir schwebte eine Hecke ähnlich einem norddeutschen „Knick“ vor. Diese sollte hälftig aus Schlehen, hälftig aus Sanddorn bestehen. Die Schlehen wurden gleich im ersten Jahr durch einen harten Winter dezimiert, so dass dort jetzt zwei Schlehen stehen, in deren Mitte ich eine eine Pilnitzer Vitaminrose gepflanzt habe. Bisher hat diese Hälfte meines Knicks noch keine Früchte gebracht, aber immerhin sollen die Schlehenblüten auch gut für die Befruchtung von Pflaumenbäumen sein.

Nachdem der Sanddornzwitter gleich in seinem ersten Jahr einige Früchte brachte, hat sich in diesem Jahr das Weibchen mächtig ins Zeug gelegt und ein halbes Pfund saftiger, orangefarbener Beeren angesetzt. Die Ernte war angesichts der langen Dornen gar nicht so einfach. Daher bin ich ob der Schutzfunktion der Sträucher doch sehr zuversichtlich.

Hagebutten-Sanddorn-Marmelade

Aus einer so geringen Menge Frucht lässt sich eigentlich nichts machen. Deswegen habe ich eineinhalb Pfund Hagebutten hinzugenommen. Es ist eine ziemlich Arbeit, die Hagebutten von den Kernen zu befreien, aber die Marmelade hat hinterher einfach eine bessere Qualität, wenn man sich die Mühe macht. Dann habe ich die Früchte nach Sorten getrennt mit Wasser bedeckt und einige Stunden stehen gelassen. Zuerst habe ich die Hagebutten mit dem Wasser 15 Minuten lang gekocht, dann habe ich die Sanddornbeeren mit ihrem Wasser zugefügt und noch weitere 5 Minuten mitkochen lassen. Unbedingt einen Deckel auflegen, denn die Sanddornbeeren platzen – Sanddorn scheint es in jeder Hinsicht auf weitreichende Wirkung abgesehen zu haben.

Am Ende alles zusammen noch heiß durch ein Sieb geben, so erhielt ich 1 Kg Fruchtmark. Das habe ich mit Gelierzucker laut Packungsanweisung zu Marmelade verarbeitet. Hagebutten enthalten übrigens noch viel mehr Vitamin C als Sanddorn. Besser und schmackhafter kann man sich gar nicht vor Erkältungen schützen!